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Pressearbeit: Kennt Eure Medien

Selbstvermarktung Teil 2: Presseansprache

Selbstvermarktung = No Couching!

Teil 2: Wie spreche ich die Presse an?

Warum bekomme ich nie Antwort auf meine Pressemeldungen? Worauf kommt es Journalisten an? Welche Nachrichten interessieren eigentlich die Medien?

a) Kurz: Journalisten hätten Infos auch gerne schriftlich und empfangen E-Mails … allerdings ca. 1.000 am Tag. Stell’ Dir vor, jeder will seine Veranstaltung in der Szene oder im Prinz erwähnt wissen. Halte Dich daher kurz und besinne Dich auf die Kernaussagen. Wenn Deine E-Mail überhaupt auffällt und geöffnet wird, muss sie dem Redakteur innerhalb weniger Sekunden zeigen, in welchem Ressort sie aus welchem Grunde druckwürdig ist.

b) Headline: In der zu vollen Inbox muss Deine Nachricht herausstechen. Wenn das Betreff Deiner E-Mail nicht interessant ist, wird die Nachricht gar nicht erst geöffnet. Lieber “Premiere: Verzerrtes Cello trifft auf Punk-Rock” als “Presseinformation: Neues Bandprojekt morgen das erste Mal in Hamburg und saugut.

c) Telefon: Muss eigentlich an erster Stelle stehen, denn: Redakteure haben so viel um die Ohren, dass ihr Euer Thema meist telefonisch ‘verkaufen’ müsst. Dann erwarten sie auch gerne Eure E-Mail mit Details und lesen diese auch ;)

d) Story: Was soll eigentlich das Resultat sein? Kann das, was Du sagst / schreibst, mehr oder weniger so im Heft gedruckt werden? Kenne Dein Medium! Nur wenn Du Dir die Geschichte tatsächlich im Heft vorstellen kannst, hast Du eine Chance. Kein Einheitsbrei an alle Redaktionen. Mach es den Journalisten einfach. Du hast eine Story für die Veranstaltungstipps? Warum ist es ein Tipp für die Leser? Warum ist dies ein besonderer Leckerbissen für genau die Zielgruppe, die dieses Medium liest? Warum verdient es vor anderen Events besondere Aufmerksamkeit (= mehr Platz im Heft) zu bekommen? Nur wenn Du die Antwort hast, hört der Journalist zu.

e) Timing: Veranstaltungshinweise müssen MINDESTENS vier Wochen vor Termin an die Presse. Schau Dir die Medienpläne an, dort findest Du meistens die VÖ-Termine (Veröffentlichungs-Termine). 6 Wochen vorher ist eigentlich schon knapp bei Monatsmagazinen. Tagesmedien sind da anders. Dort wird oft erst am Vortag beschlossen, was ins Heft kommt. Das Hamburg Journal (TV) bestimmt ca. 10 Tage vor Sendung, welche Themen eine Chance haben könnten, gefilmt und gesendet zu werden. Finde es heraus und arbeite entsprechend.

f) Nerv nicht: Fragen, ob Deine Nachricht angekommen ist, führen oft zu einer Standardantwort: “Klar, hier kommt alles an. Wir melden uns bei Interesse. Vielen Dank”. Besser ist es, erstens erst anzurufen und dann dem richtigen Redakteur Details zu schicken. Auch beim Nachhaken sollte die Story der Einstieg ins Gespräch sein. Wenn die Redaktion die Geschichte aus Deiner Meldung wiedererkennt, umso besser. Wenn nicht, ist das die Chance, gleich zu Beginn des Gesprächs darauf hinzuweisen.

Fazit:

Kenne die Medien, in denen Du angekündigt / besprochen werden möchtest. Bereite Dein Thema entsprechend so vor, dass es auch ins Heft passt, bzw. wähle Deine Zielmedien entsprechend aus. Ein telefonischer Einstieg ist meistens erfolgversprechender als eine unangeforderte E-Mail. Nimm den Medien so viel Arbeit ab, wie möglich. Je druckfertiger Deine Geschichte, desto besser können sich die Journalisten die Story vorstellen und in der Redaktionssitzung dem Team ‘verkaufen’.

Mehr Tipps außerdem beim music think tank:

http://www.musicthinktank.com/mtt-open/ten-tips-for-do-it-yourself-pr-and-publicity-for-bands.html

Was sind Deine Erfahrungen?

Hintergrund

Mit Stolz bin ich von RockCity als Mentor für eine junge Sängerin ernannt worden, die sich – teils widerwillig – der Selbstvermarktung widmen will und muss. Dies nehme ich als Anlass, hier eine Auswahl der gemeinsam erarbeiteten Erkenntnisse in extremer (!) Kurzform vorzustellen.